2006/10/15

Neue Untersuchungsmöglichkeiten für biologische und musikalische Regelvorgänge

Eine neu entwickelte Methode zur Analyse der Synchronisation zwischen Musik und Hörer/Musiker wird von Florentina Maria Fritz vorgestellt. Der Ansatz der Autorin basiert auf der Methodik der Chronobiologischen Regulationsdiagnostik nach Hecht/Balzer, also auf der Analyse von Perioden und Rhythmen in Zeitreihen.

Florentina Maria Fritz verweist auf Hugo Riemanns Gedanken (Riemann, 1900, 136)Gedanken, dass der Affekt die Abweichung des Grundmaßes von der schlichten Mitte bestimme und ein entsprechend erregteres oder gehemmteres Grundmaß in dem Hörer sofort eine ähnliche Stimmung erzeuge. Entsprechend formuliert Florentina Maria Fritz als Arbeitshypothese, "dass der Mensch eine bestimmte Musik dann als angenehm empfinde, wenn die in der Musik enthaltenen Perioden und biologischen Rhythmen mit jenen des Hörers synchronisieren bzw. korrelieren, ..."(Fritz, 2006, 77)

Analysiert werden biologischen Zustände und vegetativen Funktionen, abgeleitet unter anderem aus Herz- und Pulsfrequenz, Muskelaktivität (EMG), Hautpotenzial (HP), Hautwiderstand (HW), Hauttemperatur (HT) und Konvektionstemperatur (KT). Die Analyse erfolgt mit Unterstützung eines neuronalen Netzes.

Aufgeschlüsselt werden dabei Aktivierung und Deaktivierung mit bestimmter Musik und es wird eine Klassifikation von psycho-physiologischen und musikalischen Regulationszuständen ermöglicht.

Die Analysemethode bietet neue Möglichkeiten, die in Zukunft durch die Musiktherapie zunehmend genutzt werden könnte.

Quelle:
Fritz, Florentina Maria (2006)Eine Methode zur Klassifizierung von Regelvorgängen biologischer und musikalischer Prozesse mit Hilfe eines künstlichen neuronalen Netzes und ihre Relevanz im bereich der Musikwirkungsforschung. In: Tucek, Gerhard, Hörmann, Karl; Becker-Glauch, Wulf; Bertolaso, Yolanda; Elbing, Ulrich, Hörmann, Georg; Klosinski, Gunther (Hrsg.) Musik-, Tanz- und Kunsttherapie. Heft 2/2006, Hogrefe, S.76-87.

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