2006/01/30

Improvisation und Gehirnforschung

Das Fazit von Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer aus den von ihm zusammengetragenen Forschungsergebnissen ist: „Das Gedächtnis macht die Musik“ (Spitzer, 2002, 136).

Der Forscher schreibt: „Es gibt Musik im Grunde überhaupt nur, weil es Gedächtnisleistungen gibt.“ (Spitzer, 2002, 136)

Spitzer hebt den Stellenwert der Improvisation hervor

„Improvisation spielt natürlich auch im Bereich der Musiktherapie eine große Rolle, wo es gerade auf die jeweiligen hier und jetzt zu Stande kommende Interaktion und Kommunikation zwischen Therapeut und Patient ganz besonders ankommt …“ (Spitzer, 2002, 348)

und er erklärt:

„Man kann das ganze vorliegende Buch als Plädoyer für das Musizieren und insbesondere das Musizieren mit Kindern lesen.“ (Spitzer, 2002, 139)

Es geht dabei nicht um beliebigen Umgang mit Musik, sondern darum das Hirn in therapeutisch angemessener Weise zu aktivieren:

“Es geht jedoch hierbei um viel mehr als um die passive „Berieselung“ … Es geht hierbei um Freude und emotionalen Gleichklang, um Rhythmus und Gemeinsamkeit, um Singen und Spielen.“ (Spitzer, 2002, 139)

Quelle: Spitzer, Manfred (2002) Musik im Kopf. Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk. Stuttgart: Schattauer.

Auf der Grundlage modernster Forschungsergebnisse wird in der wissenschaftlich orientierten Musiktherapie an effektiven musiktherapeutischen Designs gearbeitet.

Immerhin ermöglicht Musiktherapie differenzierte Zugänge auch zu Menschen, die im allgemeinen als ’nicht therapiefähig’ bezeichnet werden, wie beispielsweise langjährig hospitalisierte Psychiatriepatienten und Menschen mit schweren geistigen Behinderungen.

Das umfangreiche Gebiet der Improvisation in der aktiven Musiktherapie bietet dem forschenden Interesse ein lohnenswertes Arbeitsfeld.

Kommentare:

Thomas Klüh hat gesagt…

Hi, ich war selbst auf einem Vortrag von Prof. Spitzer und kann dies jedem nur ans Herz legen. Hoch interessant.
Zu diesem Thema bloge ich ich nun auch regelmäßig unter www.thomasklueh.de/blog

Thomas Klüh hat gesagt…

Sorry, mein vorheriger Kommentar war versehentlich anonym.

 
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