2006/06/25

Musiksozialarbeit für Kinder und Jugendliche

im Alter zwischen 8- 18 Jahren

Musikpädagogische und sozialpädagogische Ziele verfolgt Jörn Quade mit dem kulturpädagogischen Musikprojekt ’Der kleinste Proberaum der Welt’. Da es auch um Gewaltprävention geht, ist das Projekt in einem Jugendzentrum verankert.

In seiner Musiksozialarbeit strebt Jörn Quade an, Solidarität, Gruppengefühl und Empathie zu stärken und er schreibt in seinem Konzept: "Die Kinder und Jugendlichen sollen ihre Probleme mit Hilfe des Musizierens artikulieren und verarbeiten". Jörn Quade begleitet Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und er hilft, soziale Kompetenzen aufzubauen.

Musiksozialarbeit nach Jörn Quade bietet hierzu viele Möglichkeiten. Probleme und Gefühle können mit Musik ausgedrückt und Konzentrationsfähigkeit und Kreativität können gefördert werden. Dabei geht es nicht nur darum, den Kindern und Jugendlichen kulturpädagogische Angebote zugänglich zu machen, sondern auch Perspektiven zu eröffnen, mit denen die zukünftige Lebenssituation verbessert werden kann.

Quelle:
http://www.solingen.de/jugend/spielmobil/hotbox/hotboxpagekonzept.html

Kommentare:

Wilhelm [Schoggo-TV] hat gesagt…

Mit Verlaub und als ehemaliger Sozialarbeiter, welcher in seinen früheren Tätigkeiten schon viel vom Treiben seiner Kollegen mitbekommen hat:
"Das ist mal wieder typisches sozialpädagogisches Gefasele und Wunschdenken." Eine Gerede zur Rechtfertigung vorgeblich professionellen Handelns, welches meist nur den persönlichen Hobbies dient.
Möge der Ex-Kollege den wissenschaftlichen Beweis antreten, daß seine Methode jenen Effekt zeitigt, den er propagiert und für welchen er bezahlt werden möchte.
Wenn ihm dieser Beweis, dabei objektiv gelingt, dann bin ich als Steuerzahler gerne gewillt, die Arbeit zu unterstützen.

Musiklabor hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Wilhelm,

vielen Dank für Ihre akzentuierte Kritik. Ich freue mich über Ihre kontrastierende Position.

Sie bezweifeln die Effizienz und Effektivität solch einer Musiksozialarbeit und fordern wissenschaftliche Nachweise. Mit dieser Position stehen Sie sicher nicht allein.

Was das Ausleben eines persönlichen Hobbys betrifft, bin ich übrigens nicht Ihrer Meinung.

Die soziale Arbeit mit Musik wir gerade aufgrund solcher Zweifel nahezu nicht gefördert, und wenn, dann selten dauerhaft. Ich würde mich allerdings freuen, wenn Sie mir viele etablierte und überdauernde Projekte aufzeigen könnten, in denen Kollegen ihren persönlichen Vergnügungen nachgehen können.

Die bisherigen Ergebnisse aus meiner wissenschaftlichen Untersuchung 'Musiktherapeutische Möglichkeiten in der Sozialarbeit' zeigen folgendes Bild:

Wer mit Musik in der sozialen Arbeit tätig ist, engagiert dagegen wohl zumeist mit hohem Einsatz. Denn die private Zeit und die eigene finanziellen Mittel werden hier oft eingesetzt. So werden beispielsweise eigene Musikinstrumente mitgebracht und verschlissen.

Auch hat meine bisherige Untersuchung gezeigt, dass der hohe organisatorische Aufwand, von den Trägerorganisationen immer ausreichend unterstützt und abgedeckt wird.

Mit besten Grüßen
Gerd Fierus

Musiklabor hat gesagt…

Sorry: der letzte Satz muss heißen:

...nicht immer ausreichend unterstützt und abgedeckt wird.

Musiklabor hat gesagt…

Burkhard Hill hat 1996 eine ethnographische Fallstudie zum Rockmobil vorgelegt, heute hat Burkhard Hill eine Professur für Handlungslehre der Sozialen Arbeit und widmet sich weiterhin der ’Musik in der Sozialen Arbeit’.

Unter http://www.musiktherapie-sasp.de/material/forum/03_jugendliche/3.1.pdf
hat der Professor einen Beitrag mit dem Titel ’Musik-Machen“ in Gleichaltrigengruppen als sozialpädagogisches Angebot’ in das Netz gestellt.

In diesem lesenswerten Beitrag widmet sich Professor Burkhard der Frage, ob sozialpädagogisch initiiertes und begleitetes Musik-Machen mit Jugendlichen tatsächlich ernstzunehmende und Erfolg versprechende Ziele verfolgen und zu einer positiven Entwicklung der Jugendlichen können.

 
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