2006/03/31

Tankred Spelsberg's 'Bildnerei für Anfänger'

In 'Bildnerei für Anfänger' berichtet Tankred Stachelhaus mit einem Schmunzeln über seine Erfahrungen und Eindrücke als Teilnehmer des Crash-Kurses Freie Malerei für Anfänger. Angeboten wird der Kurs übrigens von Sybille Spelsberg im Wuppertaler Von der Heydt-Museum.

Welche Phasen lassen sich in diesem Bericht zum kreativen Prozess identifizieren?

Folgende vier Phasen konnten unterschieden werden:

1. Anfangsphase
2. aktive Gestaltung
3. Reflexion und Feinschliff
4. Abschlussphase.

Zum Nachvollzug dieser Entscheidung werden den ausdifferenzierten Phasen entsprechende Zitate des Berichtes zugeordnet.

1. beginnen:

„Der bunt beschmierte Kittel aus dem Museumsfundus spannt. Einschüchternd wirkt der vor mir liegende leere Papierbogen. Vielleicht sollte ich mich bei meiner Künstlerwerdung erst einmal dem Informel widmen und innere Seelenlandschaften auf das Papier pinseln? Das Kalkül: Wenn das Ergebnis erwartungsgemäß nach einem Entsorgungsproblem aussieht, werden Bild und innere Stimmung meisterlich zur Deckung kommen.“ (Stachelhaus, 2006, 16)

2. spontan und aktiv gestalten:

“Hin und her schiebe ich das dünnflüssige Maisgelb über das gewachste Papier. Erfasst von einem Kreativitätsschub, dirigiere ich mit dem Spachtel ein Farborchester und forme Landschaften. Ich schaffe Rhythmen und Strukturen, verteile und ritze, konzentriere und vertreibe, trage ab und schichte.“ (Stachelhaus, 2006, 16)

3. reflektieren:

“Über das Werk gebeugt, überlege ich, mit welchen Ergänzungen ich noch die Kurve kriege.“ (Stachelhaus, 2006, 16)

4. abschließen:

“Ob ich es gleich als Art Brut im Museum nebenan ausstellen soll? Fehlt nur noch ein Name.“ (Stachelhaus, 2006, 16)

Die hier über einen Erlebnisbericht herausgearbeitete Struktur eines kreativen Prozesses muss nicht verallgemeinert werden, kann jedoch als kopierbare und variierbare Struktur behandelt werden.

Quelle:

Stachelhaus, Tankred (2006) Bildnerei für Anfänger. In: Kunstzeitung 115, März 2006, Regensburg: Lindinger und Schmid.

Kunstzeitung herausgegeben von Lindinger und Schmid:
Margaretenstr.8, D-93047 Regensburg
Tel. 0941/22177 Fax: 0941/270377
e-mail: lindschmid@aol.com
web: www.lindinger-schmid.de

Kommentare:

A. Haasz hat gesagt…

:-)
Wuppertal hats mit den "Entsorgungsproblem(en)". Gibts die Firma Heintke noch?

Musiklabor hat gesagt…

Deponie für Bauschutt, schon mal in den Medien ...

A. Haasz hat gesagt…

Kein Müllkutschen (z.B. für Gewerbemüll) mehr?

Anonym hat gesagt…

Worauf man nicht alles stößt, wenn man nach sich selbst googelt.Freut mich, dass Sie mein kleiner Abstecher nach Wuppertal zu einem Beitrag inspiriert hat. Sehr interessant Ihr kreatives Modell. Und dass Sie meinen Namen mit dem Namen der Kursleiterin gekreuzt haben, hat auch Charme. ;-)

Schöne Grüße aus Essen

T.S.

musiklabor hat gesagt…

Ihre kleine Geschichte hatte uns auch sehr zugesagt und wir hatten unseren Spass. Besten Dank für die netten Zeilen.

 
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